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Klettaki. Eine Katze zum Ankletten

Autorenbild: Teresa T.
Teresa T.
8. Feb.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 21. Okt.

Eigentlich wollten wir im Griechenlandurlaub mit unseren Freunden nach einem Ausflug den Abend entspannt mit ein paar Kaltgetränken ausklingen lassen. Stattdessen begann ein neues Kapitel unseres Lebens – und zwar unter einem alten Geländewagen direkt vor dem Tor unseres Hauses in Mataragka. Dort saß ein winziges, weißes Kätzchen, leuchtend wie ein kleines Gespenst, mit riesigen Ohren, riesigen Augen und einem Blick, der eindeutig sagte: „Ihr gehört jetzt mir!“

Die Mutter? Nicht da. Weit und breit keine Spur. Während wir noch überlegten, was man in so einer Situation „vernünftig“ tun sollte, hatte unsere Freundin längst entschieden: Das Kätzchen kommt mit ins Haus. Diskussion beendet. Unser kleiner Fund war übrigens schon damals bemerkenswert frech – kein Fauchen, kein Jammern, sondern klare Forderungen nach Essen.


Die ersten Fütterungsversuche waren… sagen wir… kreativ. Mit einer Spritze wollten wir den Winzling aufpäppeln, doch das kleine weiße Fellknäuel wehrte sich mit erstaunlicher Entschlossenheit und einer Frechheit, die für seine Größe völlig unverhältnismäßig war. Also ab in die Apotheke. Dort kauften wir eine Nuckelflasche, die sich garantiert eher gewünscht hätte, in zahnlosen Babymündern zu landen als in einem Katzenmaul mit vielen kleinen, spitzen Zähnchen.


Kaum war die Flasche mit Milch gefüllt, verwandelte sich das zarte weiße Wesen in einen gefräßigen Nimmersatt. Es klammerte sich an die Nuckelflasche wie ein Alkoholiker an seine Pulle, sog gierig an der Ziegenmilch und war schlicht nicht mehr davon loszureißen. Pausen? Unnötig. Absetzen? Undenkbar.


Weißes Kätzchen Klettaki trinkt Milch aus einer Babyflasche

Damit der neue kleine Mitbewohner nachts nicht fror, bekam er jeden Abend eine gemütliche Schlafstätte: ein Bett auf einer Glasbox, gefüllt mit warmem Wasser. Luxus pur. Das Kätzchen lag darauf wie eine griechische Göttin – weiß, winzig und erstaunlich selbstzufrieden.


Selbst tagsüber wich das kleine Fellknäuel uns nicht von der Seite. Im Gegenteil: Sogar an den Strand kam es mit. In einem Plastikkorb reiste das Kätzchen mit uns ans Meer, stolz, neugierig und völlig selbstverständlich, als hätte es das schon immer so gemacht. Während wir badeten und im Sand lagen, räkelte sich der Winzling neben dem Korb, beobachtete das Geschehen, döste vor sich hin oder erkundete die Gegend.


Weißes Kätzchen liegt verspielt auf dem Rücken auf steinigem Boden vor einem orangefarbenen Gitter

Schon bald zeigte sich, dass die Minikatze ein ausgeprägtes Bedürfnis nach Körperkontakt hatte. Sie krallte sich nicht nur an der Nuckelflasche, sondern auch ständig an uns fest. T-Shirts, Arme, Hände – nichts war sicher. Und so bekam die kleine Klette ihren Namen: Klettaki.


Im Griechischen ist die Endung „-aki“ eine Verniedlichungsform – sie macht aus fast allem etwas Kleines und Niedliches. „Klettaki“ bedeutet also so viel wie „kleine Klette“. Allerdings ist „-aki“ eigentlich die männliche Form. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass Klettaki ein Weibchen ist. Außerdem hätte sie vermutlich ohnehin keine Umbenennung geduldet. Klettoula klingt schließlich auch wirklich nicht so frech.


Aus dem hilflosen Findelkind wurde rasend schnell ein Vielfraß. Kaum hatte sie entdeckt, dass es richtiges Katzenfutter gibt, war die Ziegenmilch Geschichte. Sie leerte die Näpfe als wäre sie im Wettkampfmodus – übrigens auch heute noch.


Denn heute lebt Klettaki bei uns in Deutschland – immer noch schneeweiß, sehr frech und überaus sportlich. Sie ist eine begeisterte Fußballspielerin, jagt Bälle mit vollem Körpereinsatz und erstaunlicher Treffsicherheit durchs Wohnzimmer und hat mehr Spielverständnis als mancher Fußballprofi. Und zuweilen, wenn sie den Ball mit sicherer Pfote in die Ecke oder unter das Sofa kickt, denken wir daran, wie alles unter diesem alten Geländewagen in Griechenland begann.


Und ganz ehrlich? Wahrscheinlich haben wir Klettaki damals nicht gefunden – sondern sie hat uns auserwählt.



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© 2026 Trichonida
Texte und Fotos: Teresa Thieme

Da ich für manche Geschichten keine Fotos habe und auch nicht gut genug zeichnen kann, sind die Zeichnungen KI-generiert (Google Gemini).

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