Trink mit mir noch ein Bier

Nicht nur wir Deutschen trinken gern Bier. Lange vorbei sind die Zeiten, als Bier in Griechenland als Getränk der Armen oder als barbarischer Umtrunk galt. Verbreitet wurde es aber erst ab Mitte des 19. Jahrhunderts, als König Otto bayerische Fachleute ins Land brachte und Karl Johann Fix 1864 in Athen die erste große griechische Brauerei gründete.
Mit dem Aufkommen des Massentourismus in den 1960er- und 1970er-Jahren wurde Bier auch bei den Griechen zunehmend zum Alltagsgetränk und ist heute neben Wein ein selbstverständlicher Begleiter zum Mittag- oder Abendessen oder beim geselligen Beisammensein.
Heute bestellt sich also selbst der Grieche gern mal ein Bier. Die Betonung liegt auf ein Bier, denn das ist der große Unterschied zu uns Deutschen. Die Griechen würden niemals - wie die nimmersatten Deutschen - mehrere Bier auf einmal bestellen. Es wird ein Bier bestellt und dann werden die Gläser der Anwesenden gefüllt. Und wenn die Flasche leer ist, bestellt man vielleicht noch eine.
Wenn wir mit deutschen Freunden in einer griechischen Bar oder einem Restaurant sind, zeichnet uns unser Bierkonsum sicher als erstes - neben unserem schlechten Griechisch - als Ausländer aus. Wir bestellen zwar schon Speisen, an denen sich jeder fleißig bedient, aber bei dem Bier gibt es Grenzen, vor allem für unsere deutschen Freunde. Jeder will sein eigenes. Da wird nicht geteilt. Das ist ähnlich wie bei Geschwistern, die ihre Süßigkeiten schließlich auch nicht teilen. So kommt es oft vor, dass die viel zu kleinen Tische mit Bierflaschen übersät sind.
Oder sind die kleinen Tische gar der Grund dafür, warum die Griechen immer nur ein Bier bestellen?



