top of page

Leere Teller

Autorenbild: Teresa T.
Teresa T.
21. Okt.
1 Min. Lesezeit
Gezeichneter, noch fast voller Teller mit Salat, Halloumi, Hummus, Reis und Spanakopita (KI-Illustration)

„Du stehst erst auf, wenn dein Teller leer ist! Das Wetter wird schlecht, wenn du nicht aufisst! Die Kinder in Afrika würden sich über so ein Essen freuen! Im Krieg haben wir aus Kartoffelschalen Suppe gekocht!“


Wer kennt sie nicht, die Litaneien, die man sich als Kind anhören musste, wenn man nicht aufessen wollte – weil es entweder nicht geschmeckt hat, man satt war oder einfach nur schnell raus zum Spielen wollte.


Und es steckt noch drin: Ich muss einfach jeden Teller leeren. Ich denke sofort an die schlimmsten Unwetter und an die Kinder in Afrika, die sich um meinen viel zu üppig bestückten Teller prügeln würden.


Zu Hause kann man das Essen – wenn die Augen mal wieder größer waren als der Mund – zumindest noch im Kühlschrank aufheben oder einfrieren. Unterwegs hat leider nicht jeder ein Hausschwein dabei, meist verkleidet als leicht übergewichtiger Familienvater, der im Restaurant die Teller seiner ganzen Bagage leer essen muss.


Wir Deutschen können einfach kein Essen wegwerfen; es bereitet uns fast schon körperliches Unbehagen. Und so muss ich mich – wenn ich dann nach dem Essen auf die noch fast vollen Teller meiner griechischen Freunde schaue – doch sehr zusammenreißen, um ihnen das wertvolle Gut nicht in eine Tupperschüssel zu packen und mitzugeben – für schlechte Zeiten …

Bleiben Sie in Kontakt

Logo Trichonida

© 2026 Trichonida
Texte und Fotos: Teresa Thieme

Da ich für manche Geschichten keine Fotos habe und auch nicht gut genug zeichnen kann, sind die Zeichnungen KI-generiert (Google Gemini).

bottom of page